Morbus Bechterew: Eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Als der russische Arzt Wladimir Michailowitsch Bechterew 1892 seine Arbeit zum Thema „Die Steifigkeit der Wirbelsäule und ihre Verkrümmung als besondere Krankheitsform“ vorlegte, konnte er nicht ahnen, dass ihm als Erstem eine umfassende Beschreibung der Erkrankung gelang, die heute seinen Namen trägt. Morbus Bechterew oder Spondylitis ankylosans ist ein Leiden, an dem jährlich ca. 150.000 Menschen erkranken. Da die Krankheit zahlreiche, auch milde Verläufe nehmen kann, ist die Gesamtzahl der Fälle nur zu schätzen. Die Vereinigung Morbus Bechterew e. V. gibt an, dass insgesamt 1,6 Millionen Menschen erkrankt sind. Frauen sind von der reinen Fallzahl genauso betroffen wie Männer, jedoch erkranken sie in der Regel an harmloseren Formen als ihre männlichen Mitpatienten.

Einordnung der Bechterew’schen Krankheit

Morbus Bechterew ist zwar eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis, also eine Autoimmunerkrankung, darf aber nicht als Krankheit alleine des Bewegungsapparates verstanden werden. Zwar betrifft sie in der Hauptsache die Wirbelsäulengelenke, insbesondere die Lenden- und Brustwirbelsäule und der Kreuz-Darmbeingelenke. Neben der Wirbelsäule und dem Becken können sich die Entzündungsprozesse auch in anderen Körperregion zeigen, beispielsweise der Regenbogenhaut der Augen. Die Ursachen der Krankheit sind noch nicht in allen Details erforscht, aber klar ist, dass Vererbung eine Rolle spielt. Auch ist ein bestimmtes Protein, dass für die Erkennung von Krankheitserregern zuständig ist, mit beteiligt.

An diesen Symptomen erkennen Sie Morbus Bechterew

Spondylitis ankylosans ist eine chronische Erkrankung, die schleichend und in Schüben auftritt. Das bedeutet, dass die Symptome von einem Krankheitsschub zum nächsten stärker und deutlicher werden. Zu den Leitsymptomen gehören tief sitzende Rückenschmerzen, Steifigkeit des Rückens und nächtliche Schmerzen, die über die Gesäßbacken in die Beine ausstrahlen. Darüber hinaus kann sich der Schmerz auch im Ellenbogen, den Schulter- und Hüftgelenken manifestieren. Selbst in den Fersen und am Ellenbogen taucht der Entzündungsschmerz auf. Bei Beteiligung der Iris tränen die Augen und sind lichtempfindlich. Seltener kommt es zu einer Beteiligung des Herzens, der Aorta und der Nieren.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Steifigkeit der Wirbelsäule, die von unten nach oben zunimmt. Die Lendenwirbelsäule verflacht, die Brustwirbelsäule krümmt sich nach vorne, es entsteht der typische Rundrücken. Gelenke und Bänder versteifen in diesem späten Stadium, was sowohl eine starke Bewegungseinschränkung mit eingeschränktem Gesichtsfeld bewirkt. Die Spätform kann auch mit einer Osteoporose der Rückenwirbel einhergehen, dann sind auch Knochenbrüche bei schwacher äußerer Einwirkung keine Seltenheit. Eine Besonderheit des Morbus Bechterew ist die Besserung der Symptome, wenn der Patient sich in Bewegung befindet und die Verschlechterung in Ruhe. Bei vielen chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates stellt der Arzt eine umgekehrte Reihenfolge fest.
Die ersten Symptome treten meist im Alter zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Jahren auf, allerdings können Personen in selteneren Fällen auch nach dem 40. Lebensjahr noch erkranken.

Schwierige Diagnose über lange Zeiträume

Um eine Spondylitis ankylosans zu erkennen, ist einige Erfahrung nötig. Die Erkrankung muss jedoch frühzeitig erkannt werden, um die Versteifung der Rückenwirbel und die anderen Krankheitszeichen unter Kontrolle bringen zu können. Denn nach einer frühen Diagnose ist Morbus Bechterew gut in den Griff zu bekommen. Dazu befragt der Arzt Sie eingehend nach Ihrer Krankengeschichte, dem Vorkommen der Erkrankung in Ihrer Familie, bestimmten Begleiterkrankungen und vielem mehr. Die gründliche Erforschung Ihrer Vorgeschichte ist umso notwendiger, weil labormedizinische Untersuchungen nur in wenigen Fällen einen aussagekräftigen Befund ergeben. In einem späteren Stadium ist die Erkrankung gut am Röntgenschirm oder auf dem Bildschirm des MRT zu erkennen.

Therapie des Morbus Bechterew: Bewegung hilft

Als chronische Erkrankung ist der Morbus Bechterew nicht heilbar. Zahlreiche Therapieoptionen helfen jedoch, die Krankheit beherrschbar zu machen, die Mobilität zu erhalten, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu sichern. Dazu zählt Bewegung: Spezielle Krankengymnastik, Schwimmen und Nordic Walking sind einige Beispiele. Bestimmte Medikamente wie Diclofenac, Cortisonen und die aus der Rheumatherapie bekannten Basismedikamente hemmen die Schmerzen wie die Entzündungen. Neben den physiotherapeutischen Anwendungen kommen Wärme- und Kältetherapie und verschiedene Bäder zum Einsatz: Behandlungsformen, die in den Kurabteilungen der Hotels an der westungarischen Bäderstraße seit Langem mit großem Erfolg praktiziert werden.

Die Kurabteilungen der Hotels an der westungarischen Bäderstraße sind besonders erfahren und kompetent bei der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates. Wenn wir hier Empfehlungen aussprechen, dann deshalb, weil die empfohlenen Hotels i.d.R. besondere Anwendungen, Therapieverfahren oder Behandlungen anbieten.

 


 

Reisekataloge
Jetzt Gratis Katalog anfordern